Sven Herold | CEO LiveTube

Staatsanwaltschaft ermittelt wegen BMW-Motorradbremsen

Reuters 5. Juli 2005

Staatsanwaltschaft ermittelt wegen BMW-Motorradbremsen=

Frankfurt, 05. Jul (Reuters) – Wegen eines möglicherweise versagenden Bremssystem seiner Motorräder ist der Münchener BMW-Konzern in das Visier der Staatsanwaltschaft geraten. Die Staatsanwaltschaft München I ermittele gegen BMW wegen Gefährdung des Straßenverkehrs, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Christian Schmidt-Sommerfeld am Dienstag. Ein Motorradfahrer habe Anzeige gegen den Hersteller erstattet. “Nachdem behauptet wird, dass das kein Einzelfall sei, sondern möglicherweise bauartbedingt, werden wir die Ermittlungen weiter ausdehnen”, sagte Schmidt-Sommerfeld. Ein BMW-Sprecher sagte in München, das Problem sei nur in der Extremsituation eines Sicherheitstrainings aufgetreten. Mit dem so genannten Integral-ABS, das die Bremskraft elektrisch verstärkt und ein Blockieren der Räder verhindern soll, sind BMW zufolge bis zu 260.000 Maschinen der schweren Baureihe ausgestattet. In Medienberichten hatte es geheißen, bei mehreren Kunden von BMW habe das Antiblockiersystem (ABS) in den Motorradbremsen versagt. Das Nachrichtenmagazin “Der Spiegel” hatte berichtet, bei Sicherheitslehrgängen des ADAC seien zwei Teilnehmer mit ihren BMW-Maschinen gestürzt. Die “Süddeutsche Zeitung” berichtete am Dienstag, das Kraftfahrtbundesamt habe den Konzern bereits vor einem Jahr um eine Stellungnahme zu möglichen Anfälligkeiten des Systems gebeten.

BMW – ADAC SOLLTE SICHERHEITSTRAINING ÄNDERN “Wir sehen dem momentan gelassen entgegen”, sagte ein BMW-Sprecher, der sich nicht näher zu den Ermittlungen äußern wollte. Er bestätigte, dass zwei Fahrer bei ADAC-Lehrgängen gestürzt seien und Beschwerden von 20 Fahrern vorlägen. “Das haben wir analysiert. Es gibt aber keinen einzigen Fall im Straßenverkehr”, sagte er. Grund für die Stürze sei die fast laborhafte Situation bei dem Sicherheitstest. Dabei könne es zu einer Spannungsunterversorgung des gesamten elektrischen Systems im Zusammenhang mit einer Folge extremer Bremsungen kommen, die das System an seine Regelungsgrenzen brächten. BMW habe den ADAC in Kenntnis gesetzt und eine Änderung im Ablauf des Trainings empfohlen. Auch seien die Händler davon in Kenntnis gesetzt worden. BMW wolle die Bedienungsanleitung für die Zweiräder ergänzen. Anlass für eine Nachbesserung oder eine Rückrufaktion sehe das Unternehmen aber nicht. Mit den Ermittlungen stehe die Behörde noch am Anfang, sagte Schmidt-Sommerfeld. Sie suche nach Fällen, wo das Bremssystem von BMW-Motorrädern in ähnlicher Weise versagt habe. Die Staatsanwaltschaft habe BMW zu einer Stellungnahme aufgefordert. Anschließend werde entschieden, ob ein Sachverständiger für ein technisches Gutachten eingeschaltet wird. pag/axh REUTERS

051413 Jul 05

Share
Top! Copyright Sven Herold 2017
Social Links:
GOOGLEPLUS
FACEBOOK
TWITTER
YOUTUBE
LINKEDIN
SKYPE